1. FV Stuttgart 1896 II – SSV Zuffenhausen 3-2
Geschrieben von El Pituz am 14.12.2009 01:25
Eine Weihnachtsgeschichte – Guimaraes in Topform, Kumalar eiskalt
Die Waldebene präsentierte sich an diesem frostigen, dritten Advent wie im einem Wintertraum, mit einem weißbedeckten Kunstrasengrün. Zu Gast war der SSV Zuffenhausen, bei dem man 1-3 verloren hatte. Also, wie in der Vorwoche, ein Gegner auf Augenhöhe. Verzichten musste Cheftrainer Alami auf die Stammkräfte Kenan und Cucciolillo. Somit übernahm Doulgeris das Kommando im Mittelfeld.
Um 12.45 Uhr führte Kapitän Gezici die 96 II- Rentierherde auf das schwer bespielbare, schneebedeckten Geläuf der Waldebene Ost. Das Spielgerät in der Nasenfarbe eines gewissen Rudolph getaucht, pfiff der Schiedsrichter die Partie an. Die Ersatzspieler hatte auf der Bank, wo dank der Polartemperaturen kuscheln angesagt war, noch nicht einmal richtig Platz genommen, da bliesen die Hausherren schon zum Angriff.
Gezici spielte einen langen, öffnenden Ball auf den links startenden Isaia. Letzterer enteilte seinem Bewacher und spielte einen schwierigen Querpass auf den freistehenden Asma, welcher nur noch einschieben musste. 1-0!
Die gute Anfangsphase setzten die Hausherren mit weiteren Torschüssen durch Marselli, Kumalar und Leutschaft fort. Danach übernahmen die Gäste die Kontrolle. In der 13 min die erste Parade des 96- Schlussmanns: Langer Diagonalball aus dem Mittelfeld, Abseits aufgehoben, zentrale Schussposition aus 12 m: Guimaraes war da. In Minute 40 der verdiente Ausgleich. Flache Flanke von rechts, Würth versuchte zu klären, einem Gegenspieler vor die Füße: Abstauber 1-1! Die Hausherren reagierten: Kumalar zu Leutschaft 16m halbrechte Position, Schuss in die kurze Ecke, der Torwart tauchte ab und hielt sicher.
Nun aber wieder die starken Gäste mit einem Eckball: Ein SSV- Spieler kam frei zum Kopfball, aber Guimaraes parierte per Flugeinlage. Kurz darauf ein Freistoß aus halbrechter Position, 18 m Torentfernung, aus dem sich, nach einem Abpraller, ein Pfostenschuss entwickelte. Kurz vor der Pause noch einmal die Hausherren. Angriff über die rechte Seite. Leutschaft tankte sich bis auf die Grundlinie durch und spielte einen klugen Pass in den Rückraum zu Marselli, dem der Ball versprang und deshalb nur eine Schienbeinrückgabe zustande brachte. Halbzeitstand: 1-1.
Nach Wiederanpfiff ging Asma durch, bediente Kumalar. Leider wurde weder das Handspiel des Gegners gepfiffen, noch der Ball eingenetzt.
Michele „Knecht Ruprecht“ Zuccaro hatte auch heute wieder seine Rute dabei und knechtete seine ‚unartigen’ Gegenspieler. So auch in der 58 min wo Zuccaro einen gegnerischen Spieler im Strafraum zu Fall brachte, oder besser: ein Spieler in der Nähe des 96- Verteidigers zu Boden fiel. Elfmeter: 1-2!
Cheftrainer Alami reagierte: Böckle ersetzte Yildiz. Es folgte eine weitere Wahnsinnsparade von Guimaraes. Freistehend, aus 10m zentralster Position kam ein SSV- Spieler zum Abschluss, doch Guimaraes wehrte per Fußabwehr ab.
Kurz darauf, Gewühl auf Höhe des SSV- Strafraums. Tarkan tritt gegen das Leder, eigentlich ungefährlich, aber der Gästetorwart schien der Erdanziehung trotzen zu wollen und tauchte im Zeitlupentempo ab und ließ den Ball durch die Hände gleiten, hechelte noch hinterher, doch zu spät. Der Ball hatte die Torlinie bereits überschritten. 2-2, aus dem Nichts.
Jetzt hatten die Hausherren Blut geleckt und Kumalar drehte auf. Er hatte nach einer unbefriedigenden ersten Halbzeit wohl kurzfristig einen neuen Wunschzettel beim Weihnachtsmann eingereicht und um ein vorgezogenes Geschenk in Form einer super zweiten Halbzeit gebeten. 80 min: Tarkan tänzelte durch das Mittelfeld und zog aus 25m wuchtig ab. Der Ball sprang auf, gewann an Fahrt und fand seinen Weg in die linke Torecke: 3-2! Wahnsinn! Spiel gedreht! Es folgte ein weiterer Wechsel Pipilikakis für Isaia.
Nunmehr nur noch die Gäste in einem munteren Scheibenschießen gegen Guimaraes. 85 min, Flanke von rechts in der Mitte, wo ein Gästestürmer lauerte und den Ball aus 10 m auf das Tor hämmerte. Superparade durch Guimaraes. 89 min erneut Guimaraes im Mittelpunkt. Die Abwehr war nicht im Bilde, vergaß den SSV- Mittelstürmer. Guter Flachschuss aus 7m, aber Guimaraes tauchte blitzschnell ab und fischte den Ball aus der Ecke. Kurz darauf ein weiterer Schuss, diesmal aus 16m, aber Igor war auf dem Posten. Überragend!
Ein letzter Wechsel: Auerbach ersetzte Vollstrecker Kumalar. In der 4- minütigen Nachspielzeit gehörte auch der Schlussakkord dem SSV: Eckball an den Pfosten, dann der herbeigesehnte Schlusspfiff.
Artig ging die Mannschaft noch zu den Zuschauern und verabschiedete sich in den wohlverdiente Winterschlaf.
Fazit: Die Gäste müssen sich heute gefühlt haben, wie Kinder die sich aus ihrem Adventskalender Schokolade wünschen und immer nur ein Bildchen bekommen. Auf diesem fänden die Gäste heute zweifelfrei das Antlitz von Igor Guimaraes, der den Gästespieler heute wohl auch noch ihre Träume weg fangen wird ;-)
Fazit zur Halbserie:
(Trainer Alami): Ich bin positiv überrascht wie schnell die Mannschaft zueinander gefunden hat. Die ‚Jungen Wilden’ aus der A-Jugend haben sich schnell angepasst und eingefügt. Ich bin von den Fähigkeiten meiner Spieler überzeugt, alle haben eine gute Einstellung und es herrscht ein toller Mannschaftsgeist. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Rückrunde bestreiten werden.
(Kapitän Gezici): Schade um die Punkte die wir am Anfang der Saison verloren haben. Es macht einfach Spaß in dieser Mannschaft zu spielen. Es herrscht großer Respekt untereinander und das Team gibt sich niemals auf. Ferner möchte ich mich Coach Alami anschließen und die Harmonie hervorheben, die zwischen Jung und Alt besteht und mich an dieser Mannschaft begeistert.
Aufstellung: Guimaraes – Zuccaro, Gezici ©, Würth – Yildiz (60. Böckle), Doulgeris – Isaia (81. Pipilikakis), Marselli, Leutschaft – Asma, Kumalar (90. Auerbach)
(Auerbach (TW))
Trainer: Alami
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